Politische Förderung ist unverzichtbar!

Von Beginn unserer Firmengründung im Jahr 2008 an haben wir wieder und wieder Ministerien und andere Institutionen angeschrieben. Dabei haben wir nachdrücklich auf das große Entwicklungspotential des Wirtschaftszweiges der Haushaltsdienstleistungen hingewiesen, der nach wie vor der unkontrollierten Schwarzarbeit überlassen wird. Wir haben immer wieder staatliche Unterstützung für diesen Bereich gefordert und auf Förderungsmodelle hingewiesen, die in anderen Ländern schon seit vielen Jahren und mit großem Erfolg durchgeführt werden (z.B. in Belgien, wo haushaltsnahe Dienstleistungen durch staatliche Gutscheine unterstützt werden, oder der Borloo-Plan in Frankreich).

Leider ist es uns nie gelungen, parallel dazu auch einmal die Presse für dieses Anliegen zu interessieren.

Auf Länderebene hat es jedoch zwischenzeitlich in Baden-Württemberg ein zweijähriges Pilotprojekt gegeben, bei dem in einigen Städten Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen an einen besonders festgelegten Kreis von Berechtigten verkauft wurden.

Wussten Sie das eigentlich?

In ihrer aktuellen Koalitionsvereinbarung haben Union und SPD u.a. folgenden Programmpunkt aufgenommen:

"Wir verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von erwerbstätigen Eltern, Alleinerziehenden, älteren Menschen und pflegenden Angehörigen durch Zuschüsse für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen. Gleichzeitig fördern wir damit legale, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, insbesondere von Frauen."

(Koalitionsvereinbarung vom 14.03.2018, Zeilen 1012-1016)

Wird sich nun etwas bewegen?

Es hat uns daher sehr gefreut, dass die Unterstützung von Haushaltsdienstleistungen nun auch – und sogar in einer sehr konkreten Form – in die aktuelle Koalitionsvereinbarung aufgenommen wurde.  Aber offenbar haben wir uns dabei zu früh gefreut!?

Fakt ist, dass man außer dieser schriftlichen Willensäußerung nie mehr etwas Konkretes dazu gehört hat. Auch in der derzeitigen Halbzeit-Auswertung der erreichten Koalitionsziele wird das Thema Zuschüsse für Haushaltsdienstleistungen mit keiner Silbe erwähnt.

Verlustgeschäft für den Staat?

Von Seiten der Interessenverbände für Haushaltsdienstleitungen ist zu erfahren, dass der Bundesfinanzminister die entstehenden Ausgaben scheuen würde. Das wäre allerdings sehr kurz gedacht; in zahlreichen Modellberechnungen wurde nachgewiesen, dass die Ausgaben für eine Bezuschussung in kurzer Zeit durch die dann gezahlten Steuern, Sozialabgaben und eingesparten Unterstützungsleistungen mehr als kompensiert werden. Da die Gutscheine nur für „angemeldete“ Arbeitsverhältnisse vergeben werden, würde sich die Möglichkeit der Schwarzarbeit auch auf Seiten der Arbeitnehmerinnen erheblich verringern, so dass wieder mehr legale Arbeitskräfte dem Markt zur Verfügung stünden.

Fazit

Die Untätigkeit der Politik und auch das Desinteresse der Presse sind unbegreiflich – schließlich sind Hilfen im Haushalt schon lange keine Luxusangelegenheit mehr, sondern häufig eine dringend notwendige Unterstützung für Berufstätige, ältere oder anderweitig hilfsbedürftige Menschen.

Es ist uns daher ein Anliegen, auch einmal über diese Seite unseres Firmenmodells zu informieren. Die Schere zwischen einem angemessenen Lohn, der mit den Verlockungen der Schwarzarbeit konkurrieren kann, und einem bezahlbaren Preis für den Kunden geht immer weiter auseinander. Es wird zunehmend schwerer, noch geeignetes Personal zu finden – andererseits steigt die Nachfrage nach (legalen) Haushaltshilfen stetig an.

Abhilfe kann hier nur durch einen höheren Druck von Seiten der Verbraucher geschaffen werden, z.B. durch die berechtigte Nachfrage an die Regierungsparteien:

Wo bleiben unsere Zuschüsse?

Diese „Erinnerungs“-Karte wurde in den letzten Wochen von Mitgliedern der Interessenverbände an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verschickt, das in dieser Angelegenheit federführend ist.



Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie z.B. unter:
www.haushaltsnahedienste-bw.de
www.rhwonline.de/

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